die Sicht des Phoenix
Woah, Internet.
War. Das. Geil.
So viel laute Musik in so kurzer Zeit und dazu jede Menge Spaß und Met: Ich kann's noch gar nicht fassen, so schön war das.
Einfach nur grandios.
Ich blogge mal ausführlicher, sobald ich die paar Bilder vom Handy auf den Rechner gezogen und weniger auf der Arbeit bin *hust*.
Jedenfalls bin ich braungebrannt, zufrieden und entspannt gestern nachmittag wieder zuhause aufgeschlagen. Und will zurück.
Nach Dinkelsbühl, Bayern. Of all places, ts.
PS: Die Überschrift ist ein Zitat eines namenlosen Metallers, der einem anderen namenlosen Metaller irgendwas Whiskyartiges angedeihen lassen wollte. Hab ich beim abendlichen Schlendern über den Zeltplatz mitbekommen - und der Satz paßte irgendwie aufs ganze Festival. Muhaha.
smiri - 17. Aug, 15:46
Hach! Smiri hat seit fünf Tagen Urlaub. Den ersten offiziellen, angemeldeten, bezahlten undsoweiter Urlaub seit...äh, genau. Also Urlaub eben.
Der Schwarze Mann war hier und wir haben das Fest aller Feste begangen, an dem schon diverse Katastrophen und andere Unwägbarkeiten passierten, ich an Cocktailständen stund und arbeitete und das ganze Viertel völlig ausrastet. Dieses Jahr war es einfach mal schön, angenehm wild und recht beschaulich, mit entspanntem Cocktailtrinken, die Menge an sich vorbeiziehen lassen und der Stadt beim Ausrasten zuschauen.
Heute schreibe ich mit meinem Chef den Vortrag für Amsterdam fertig, nähe noch Dinge, die ich hier nicht näher (haha) erläutern darf (wird eine Überraschung), mache mir Listen von Dingen, die ich
vergessen einpacken muß, wasche noch die letzte Maschine Wäsche, schaue, ob mein Zelt noch vollständig ist und dann fahre ich morgen nach Osnabrück zum Schwarzen Mann. Dort ist dann Wegsein angesagt, neue Stadt kennenlernenn, und nächste Woche auf
Festival fahren (Pommesgabel, ich komme!).
Uiuiui, der Tag heute wird interessant. Ich lasse mich aber nicht stressen, das paßt schon alles so, wie es ist.
Was den Schwarzen Mann und mich betrifft: Die erste Reibungsphase hat begonnen. Dinge fallen auf, Dinge werden besprochen, ich äußere Kritik und hey: Ich kann sie ruhig und sachlich äußern und der Schwarze Mann nimmt das, was ich sage, an und geht damit um. Ruhig und bedacht, ohne beleidigt sein und sich ärgern, sondern ganz vernünftig. Das beeindruckt mich. So richtig.
Großes Kino.
smiri - 5. Aug, 11:29
Liebes Internet, bitte hier mal hinschauen:
http://younuke.de/
Und am besten gleich unterzeichnen: Für den Atomausstieg.
Mercimerci sagt Smiri.
smiri - 30. Jul, 15:13
...fünfzehn Jahre jünger als Sven K., aber dieser Text hat mich dann doch irgendwie berührt:
"Alt".
In dem Moment mußte ich an das Entsetzen und die Verblüffung in den Augen meiner Mutter denken, die an ihrem fünfzigsten Geburtstag (der nun auch schon wieder fast zehn Jahre zurückliegt) erschüttert ins Leere oder in die Zeit blickte und flüsterte: "Mein Gott, jetzt bin ich fünfzig."
Ich habe diesen Schrecken nicht vergessen und ich denke oft an meine Mutter, als sie jung war.
Als sie so alt war, wie ich jetzt bin, war sie schon Mutter meines einen Monaten alten Selbst in Gestalt eines viel schlafenden, sehr unstressigen Säuglings, hatte noch vier Wochen Mutterschutz und war (zumindest denke ich mir das so) unausgeschlafen, aber glücklich. Mein Vater war zu diesem Zeitpunkt gerade mal fünfundzwanzig, also sogar ein Jahr jünger als der Schwarze Mann, frisch gebackener Vater und Diplomübersetzer und (so denke ich mir das zumindest) unausgeschlafen und arbeitslos, aber stolz und glücklich.
Und heute (neuneundzwanzigeinhalb Jahre später) sitze ich hier und tippe einen Beitrag für mein Weblog, verlinke einen Text eines Mannes, den ich nicht kenne und schreibe gleichzeitig an einem Vortrag für die erste Tagung meines Lebens, auf der ich präsentieren muß. Meine Mutter und mein Vater sind gesundheitlich angeschlagen und sehr oft sehr unglücklich, außerdem (zum Glück!) nicht mehr miteinander verheiratet und versuchen, die Jahre bis zur Rente irgendwie rumzukriegen. Was dann ist, weiß aber auch keiner so genau. Einfach weitermachen.
Jetzt bin ich die Generation, die Pläne schmiedet und Dinge tut, erwachsen wird, mit den Tücken des Alltags kämpft und noch nicht alles gesehen hat. Unausgeschlafen und manchmal sehr genervt ob allem, teilweise sehr am Boden, aber alles in allem: Lebendig und glücklich. Und auch stolz.
Wahnsinn.
smiri - 29. Jul, 15:07
Zähne ziehen...So ungefähr fühlt es sich seit gestern nachmittag an. Mein Mann ist weg, und das tut weh, als hätte man mir etwas oder in diesem Fall jemanden amputiert. Es hat sich so gut angefühlt, mit jemandem an meiner Seite hier zu sein...
Ach, Internet: Das Los der Fernbezogenen.
Bald wird das Vermissen wieder der Vorfreude weichen, aber gestern und heute erstmal noch nicht.
Schön war es, das Wochenende. Wir haben nicht viel getan oder gesehen oder unternommen, sondern waren einfach nur zusammen. Gut hat es getan und Spaß hat es gemacht. Authentisch zugeneigte unkomplizierte Zweisamkeit, inklusive alter Dämonen, Reflexionen und jeder Menge Hormone. Ich hatte das vermißt.
Natürlich kamen Gedanken an früher hoch, an die Zeit mit dem Pferdedieb. Manche Mechanismen sind auch immer noch dieselben, zum Beispiel, daß ich nach Ankunft des Mannes erstmal zwei, drei Stunden brauche, um mich an den realen Menschen (im Gegensatz zum virtuellen) gewöhnen muß und an die Körperlichkeit des sonst körperlosen Mannes in meinem Leben.
Und natürlich wird unbewußt oder bewußt immer verglichen und evaluiert: "Der Pferdedieb hat das immer so gemacht, der Schwarze Mann macht das jetzt so. Finde ich das gut, besser, anders oder egal?"
Ja, ich weiß, daß Beziehungen sich nur schwerlich vergleichen lassen, immerhin war ich damals anders, die Zeit war anders und damit auch die ganze Beziehung. Deswegen will ich mich auch nicht in besser oder schlechter ergehen und riskieren, die gemeinsame Zeit mit dem Pferdedieb zu schmälern, denn sie war gut so, wie sie war, als sie gut war. Punkt.
Aber das Gefühl, was ich beim Schwarzen Mann habe, ist definitiv ein gutes welches. Wir sind uns merkwürdig vertraut in Dingen, die wir gemeinsam tun, sodaß ich manchmal innehalte und mich wundere, daß ich gar nicht weiß, was der Schwarze Mann von diesem oder jenem hält. Oder was er zum Beispiel gerne ißt und was überhaupt nicht. "Moment mal, das müßte ich doch eigentlich wissen...ach nee. Muß ich ja gar nicht.": Erkenntnis der Unkenntnis.
Und ich habe nachgedacht über ihn und Smiris Welt und beschlossen, da einfach nicht drüber nachzudenken. Soll heißen: Er weiß von dieser Seite, er liest sie ab und zu und das wiederum weiß ich. Und im Gegensatz zu sonst werde ich mich einfach nicht zensieren (zumkindest nicht mehr, als ich das sonst ja eh schon mache) und schreiben. Das, was zwischen ihn und mich gehört, wird auch zwischen ihm und mir besprochen. Aber das, was in Smiris Welt gehört, steht dann auch hier: Auch über Sachen zwischen ihm und mir. Ich bin gespannt, ob dieses Experiment funktioniert und ob ich mich trotzdem unbewußt zensieren werde, weil ich weiß, mein Mann liest mit. Wir werden sehen.
Ach so, zurück zum Wochenende: Wir haben den Segen meiner Tante, wir waren nämlich am Samstag im Haus meiner Oma, die schon ein paar Jahre tot ist, und haben geräumt und ja, der Schwarze Mann kam bereitwillig mit, nebst diversen anderen Leuten. Das war eine lustige Aktion mit gruseligen mumifizierten Spinnenhäuten im Keller, viel viel Staub, absurden Büchern und Geschirrlichkeiten und einem 60er-Jahre-Wohnzimmerschrank, der nunmehr im Blauen Salon steht. Meine Tante mag meinen Mann augenscheinlich und hat uns beim Abschied bestätigt, daß sie das gut findet, so ihn und mich zusammen. Das fand ich schön.
Was ich auch schön finde (und tief im Innersten so schön, daß ich gar nicht weiß, wie ich das Gefühl dazu in Worte packen kann): Der Schwarze Mann ist ein Watcher, also ein Wächter. Kein Wachmann, kein Ritter, kein Krieger: Nicht aggressiv bewachen, sondern behutsam wachen, ein Wächter eben. Er beobachtet und paßt auf auf das, was ihm wichtig ist. Das Gefühl, ihn an meiner Seite zu wissen und zu wissen, er paßt auf, paßt wirklich auf, daß mir nichts passiert: Unbeschreiblich.
Und dabei entsteht keine Machtstruktur: Schwarzer Mann stark, Smiri schwach oder so. Auch er hat Ängste, die ich kenne, deren Gesichter mir verdammt vertraut sind und die schon vieltausendmal auf meiner inneren Bühne ihre Monologe gehalten haben. Und genau wie ich äußert er diese, wenn sie ihn verzagen lassen. Und dann wache ich und beruhige: Zwei Felsen in der gleichen Brandung.
Eigentlich ein schönes Bild für eine Geschichte...
smiri - 14. Jul, 16:47
...gehe ich meinen Schwarzen Mann vom Bahnhof abholen. Ich werde aller Voraussicht nach am Wochenende nicht viel zum Bloggen kommen, daher jetzt und hier:
In weniger als einer Woche habe ich praktische Führerscheinprüfung. Heute war ich richtiggehend entspannt und habe sogar vorbildlichst eingeparkt, jawohl. Rückwärts. Ist eigentlich gar nicht schwer, wenn man weiß, wann man was machen muß.
Ich freue mich auf meinen Mann, wenn auch immer mal wieder die Angst hochkommt, daß das alles nicht halten wird, daß ich nicht zu sehr vertrauen darf, daß ich enttäuscht werde und so weiter. Meine Selbstschutzmechanismen melden sich zu Wort, in manchen Momenten so lautstark, daß ich mich selber kurz mal nicht mehr hören kann. Das macht mir zu schaffen, ist aber in Orndung: Immerhin haben mich diese Stimmen jahrelang vor schlimmen Dingen bewahrt oder es zumindest versucht. Das hat also alles seine Richtigkeit und seine Berechtigung und darf auch mal laut krakeelen.
Aber davon lasse ich mich nicht beirren, denn dazu fühlt sich das mit dem Schwarzen Mann viel zu richtig an.
In manchen Momenten passiert es mir, daß sich Schwarzer Mann und Pferdedieb vermischen, das ist dann seltsam. Aber ich denke, auch das ist normal: Der Platz, der vorher zwei Jahre lang vom Pferdedieb besetzt war, gehört nun einem anderen. Da muß ich in meinem Kopf erstmal besenrein machen und renovieren, nichtwahr.
Und in den Momenten frage ich mich, was der Pferdedie wohl so macht. Ob er mit der Tangerna glücklich ist?
Hm: Fast kann ich es ihm wünschen.
Ich für meinen Teil bin es.
smiri - 10. Jul, 12:26
Wow. War das schön.
Tanzen waren wir, das war großartig -
den Klub würde ich gerne nach hier verpflanzen, mitsamt allen Gästen und Mitarbeitern. Mir tut heute noch alles weh vom Rumspringen und sich freuen und zur Musik Dinge tun...
Es gibt Menschen, die einfach miteinander funktionieren, wo Dinge zueinander passen und Worte und ja, auch Körper.
Neben dem Schwarzen Mann einschlafen und aufwachen und feststellen, er schaut mir beim Schlafen zu und paßt auf, daß mir nichts passiert: Wunderbar.
Und wir sagen uns Sachen, die ehrlich sind und schön und lustig und zeigen uns unsere Geschichten und Universen und Welten, und es paßt einfach. Dennoch sind wir verschieden genug, daß es nicht langweilig wird, sondern sich an kritischen Punkten hervorragend ergänzt.
Unsere Geschichte läßt sich an, nicht langsam, sondern eher rasant und gleichzeitig so ruhig und vertraut, als hätten wir das alles schon vor hunderten von Jahren zusammen gemacht.
Ach, Internet: Smiri ist verliebt. So richtig mit allem.
Das hier ist echter Rock'n'Roll.
In vier Tagen ist er hier, dann zeige ich ihm Smiris Welt...
smiri - 6. Jul, 12:10
Heute habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Skype benutzt, des Schwarzen Mannes wegen (aka der Mann ohne Pseudonym und mein Lieblingssatyr sowie "der Kerl" - das geht aber als Pseudonym hier nicht, so nennt Anke Gröner ihren Herrn schon, das wäre dann ja geklaut).
Was eine großartige Erfindung.
Telefonieren! Für umme! Mit Video und Zeuch!
Ich bin immer noch völlig begeistert.
Vor allem davon, daß ich jetzt wieder genau weiß, wie der Schwarze Mann aussieht und sich bewegt und redet und überhaupt. Und daß mir das immer noch wahnsinnig gut gefällt, das Ganze.
Angst ist zwar da, ganz viel sogar: Daß wir uns zu ähnlich sind und uns ineinander verrennen und dort verlieren, daß wir zu wenig Grenzen setzen, daß wir uns nicht bremsen können, wenn irgendwas mit uns durchgeht, daß wir uns was einbilden und so weiter.
Aber während des Skypens fiel mir einfach nur auf, wie gut aufgehoben ich mich mit dem Mann fühle, daß er eine unheimlich beruhigende Art an sich hat, die in echt noch viel mehr rüberkommt als am Telefon, daß er einfach er ist und eben nicht ich. Und daß ich ihn schön finde, obwohl er eigentlich nicht in mein Beuteschema paßt (was bis dato außer dem Miszter eh noch keiner meiner Männer tat).
In sechs Tagen sehen wir uns wieder und ich freue mich einfach nur drauf, weil ich ihn heute wiedergesehen habe und das ein gutes Gefühl war. Und ich freue mich darauf, ihn anzufassen und zu riechen und Dinge mit ihm zu unternehmen und ihn einfach kennenzulernen und in meinem Leben zu haben. Ich freue mich auf alles, was wir uns von unseren Universen zeigen werden, ich freue mich sogar darauf, mich mit ihm zu streiten (denn das werden wir bestimmt, weil wir beide soviel Energie und soviel Feuer im Herzen haben) und ihn unmöglich und unverständlich und doof zu finden (denn auch das wird irgendwann passieren, weil wir uns so ähnlich sind) und Dinge zu diskutieren und uns gegenseitig weiterzubringen.
Große, hormongeschwängerte Worte, verbunden mit alten Monstern, die sich eigentlich viel zu früh aus ihren Löchern erheben und ihre Rolle spielen wollen und Dinge kaputt machen und zerreden und schwierig sein möchten.
Und in all diesem Wust fühlt es sich einfach nur richtig an, verdammt richtig und verdammt gut.
smiri - 27. Jun, 17:17
What a difference a day makes...twenty-four little hours.
So schnell ist alles wunderbar. Und..äh...genau.
Die beiden Fabelwesen (Phoenix und Mantikor) sind sich einig, Smiri und der Mann ohne Pseudonym übereingekommen: Wir versuchen es. Miteinander, auf fünfhundert Kilometer Distanz. Telefon, Bahncard, Flatrate: Fernbeziehungsdevices, how I missed Thee!
Für das uninformierte Internet: der Mann ohne Pseudonym ist meiner feinen Beobachtung nach sehr klug, sehr eloquent, sehr lustig und einfach von Grund auf angenehm. Laut Missy sogar mein männliches Pendant. Und je länger wir telefonieren, desto wahrer wird das: Wir sind uns ähnlich. Und: Wir sind uns gut.
Willkommen in meinem Leben: Ganz Großes Kino.
smiri - 23. Jun, 00:40
Hach. Schlafdeprivation hat was. Ist einem alles so genial egal, was auch passiert: Ich bin gefahren wie ein Schwein, mein Fahrlehrer hat abwechselnd gemault und mich verarscht (aber in seinem tiefsten Innern hat er sich gefreut. Bestimmt. Und für anderthalb Stunden Schlaf bin ich gut gefahren, finde ich zumindest), mein Chef will, daß ich Artikel lese (jajaja...), nachher kommen Studis zur Referatsvorbesprechung (was war nochmal das Thema?) und ich muß später eine Stunde durch die Wallachei zu meinem Chiropraktor gurken.
Alles egal, denn: Vor wenigen Stunden war da ein gut riechender, lustiger, angenehmer, kluger Mann in meiner Nähe. Ich hab noch kein adäquates Pseudonym, denn sein eigenes will ich nicht benutzen und mir fällt schlafnebelbedingt noch keines ein. Kommt noch.
Schön ist es allerdings, glauben zu dürfen, daß ich überhaupt ein eigenes Pseudonym für einen Mann brauche, daß da jemand ist, auf den ich mich noch länger freuen kann und will.
Mischung aus Skepsis, Vorsicht und AchallesQuatschichfinddengut. Und völlig neben mir stehen und an was anderes denken und vor allem an heute morgen und überhaupt. Sogar meine Angst schläft, die sonst immer sofort mault, daß eh alles in die Hose geht. Einfach genießen, was ist. Tut gut.
smiri - 22. Jun, 11:59