Mittwoch, 9. Juni 2004

Sommer, Sonne, Sorgen

Nachtrag zu gestern: Schön, wenn man sich unnötig Gedanken gemacht hat. Also, schön, wenn man erfährt, daß man sich wahrscheinlich unnötig verrückt gemacht hat und Opfer der eigenen Sozialparanoia gewesen ist.

Toller Abend gestern: Karaoke im Irish Pub (hört sich furchtbar an, aber mit den richtigen Leuten in der richtigen Stimmung kann das sehr sehr amüsant sein).

Väter von schottischen Tandems, die das Haus rocken (der ganze Saal brüllt "Keith! Keith!") und Mütter, die attestieren, seit Jahren nicht mehr such a wonderful evening out gehabt zu haben.

Von einem echt ansehnlichen Amerikaner auf meine Tätowierung angesprochen werden und sich darüber freuen, daß man sich ein paar Minuten über die Musik auf Deutsch und Englisch anbrüllen und abchecken kann, alles unverfänglich, alles nett. "It would be nice to meet you again." Schön. Gut fürs Ego, tut nicht weh, revidiert mich nicht.

Heute morgen früh aufstehen und mit WGflüchtiger Freundin, welche bei mir Ruhe und Obdach gefunden hat, zwei Stunden frühstücken, kurzer Anflug von WGFeeling, Sonne, Sommer, Hitze.

Merken, daß man die Hose von vor drei Jahren oder wann wieder gefahrlos anziehen kann und sich nicht dämlich vorkommen muß. Auch wenn man natürlich nicht so braun ist wie der Rest der Welt.

Alles blumig, hier. Schön.
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Montag, 7. Juni 2004

Die Gedanken sind frei...

Ich wußte gar nicht, daß ich so schnell so viel denken kann.

Im Moment könnte ich den ganzen Tag nur Gedanken zu Papier bringen (was ich heute auch noch dringendst tun muß, die gären nämlich schon seit Sonntag in meinem Kopf rum).

Erstaunlich, wie kreativ man werden kann, wenn man nur den richtigen Input bekommt.

Music 77, zum Beispiel. Wunderschönes Konzert an einem "wunderschönen Ort":http://www.oettingervilla.de, Autofahrt mit Will Oldham durch die Nacht, auch wunderschön.

Mit mir passiert zur Zeit so viel, daß es mir schon fast Angst macht (aber, hey: was macht mir mal keine Angst?).

Es bewegt sich was, alles bewegt sich und formt sich neu und formt mich neu.

Und ich kann wieder richtig gut arbeiten, früh aufstehen und mich freuen, auf dieser wirren Welt rumzuspringen.

Alles kommt ins Rollen und zum Vorschein. Das ist nicht immer einfach, aber eigentlich doch. Denn es ist vor allem gut, mich selber zu sehen und erfahren zu dürfen, daß ich gut geworden bin, so wie ich mich zurechtgedacht und zurechtüberdacht habe (und das zu Recht!) in den letzten Jahren und Monaten.

Sommer. Mein ganz persönlicher, innerer Sommer. Jetzt.
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Freitag, 4. Juni 2004

bits'n'bobs

Nächstes Jahr werd ich Trauzeugin. Tatsache.

Sehr gute Freunde von mir heiraten, und ich bin sehr geehrt, daß ich dabei sein darf und so.

So langsam komme ich also in das Alter, wo die Familengründung und -Planung um sich greift...wow...

Gestern alte Tagebücher von mir gelesen (was mich stellenweise erstaunt, an anderen Stellen auch deprimiert oder amüsiert hat). Dabei fiel mir auf, daß ich unheimlich viele Gedichte geschrieben habe, typischer Teenieschwulst, aber an sich gar nicht mal so schlecht. Erstaunlich ist da nur meine Anglophilie: ich habe die meisten Gedichte auf Englisch verfaßt, und die sind sprachlich richtig gut. Weiß nicht, ob ich das so noch mal hinbekommen würde.

Ich mußte an meine beste Freundin zu der Zeit denken (Britin), und was für Briefe wir uns damals geschrieben haben: Immer dreizehn Seiten (das war nämlich unsere Zahl) und immer auf Englisch mit Deutschen Einwürfen, auch von ihr.

Und was habe ich damals gelitten: unter allen möglichen JungsSchwärmereien, unter doofen Freundinnen, unter dem Dauerkrach mit meiner Mutter. Und alles war damals so wichtig und groß und dramatisch. Und Theater war damals so wichtig. Und Tanzen.

Kompletter Flashback, ich bin immer noch ein bißchen verwirrt davon.

Bezeichnend ist jedoch, daß ich mich selbst in meinen Tagebüchern immer wieder revidiert habe, weil ich das Gefühl hatte, bestimmte Dinge nicht aufschreiben zu dürfen, beispielsweise Maulerei über damalige Freunde (boyfriends). Immer wieder Selbstzensur und Angst vorm Gelesenwerden.

Und Mensch, war ich damals unsicher!

Und depressiv, zumindest in der Zeit zwischen 18 und 19. Immer wieder Einträge mit "ich will nicht mehr", "ich kann nicht mehr", "ich bin so müde", "ich will hier raus". Erschütternd.

Und so vieles, was ich vergessen hatte, so viele Ereignisse, die leider viel zu unzureichend dokumentiert sind, wo ich nur aus Anspielungen eine Ahnung bekommen kann, was damals eigentlich war.

Kaum ein paar Jahre später (nämlich jetzt) sieht die Welt wesentlich entspannter aus. Auch wenn ich immer mal wieder meine Tiefen habe und alles nicht immer so rosig ist, bin ich doch tatsächlich wesentlich erwachsener geworden. Meine Fresse. Erwachsen. Ich.

Und dabei hab ich mir doch mit neun Jahren geschworen, nie nie nie aufzuhören, mit Puppen zu spielen und nie nie nie erwachsen zu werden ("Liebe kleine Krummelus, laß mich niemals werden gruß" - dieser Satz aus "Pippi Langstrumpf hat mich damals schwer beeindruckt)...

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