Dienstag, 2. Februar 2010

Kapitulation.

Es geht nicht mehr.
Es. Geht. Nicht. Mehr.
Nachdem ich heute auf Arbeit im Büro meiner Lieblingskollegin, Frau K., zusammengebrochen bin und aus dem Heulen erstmal nicht mehr raus kam, hisse ich hiermit offiziell die weiße Flagge und ergebe mich.

Soll heißen: Termin beim Psychiater, ich brauche Medikation. Nachdenken über Auszeit, welche Möglichkeiten gibt es für mich?
Ich muß lernen, mit der Depression zu leben, ich muß begreifen, daß ich mein Leben lang mit ihr verbringen werde und sie ein Teil von mir ist.

Anzeichen gibt es schon seit Monaten, ich habe sie nur nicht ernst genug genommen und gedacht, nee, geht noch, geht alles, ist ja nicht so schlimm.
Das Problem ist: Doch, ist es.
Schlimmer sogar: Etwas mehr als ein Jahr nach Ende der Therapie bin ich schon wieder recht weit weit unten in Trash Town gelandet, kann mich nicht erinnern, wie ich hierhergekommen bin und was ich hier eigentlich wollte.

Ich weiß zwar, wie ich wieder rauskomme, doch ich weiß auch, daß das verdammt ekelhaft und anstrengend werden wird: Ich weiß, was auf mich zukommt, ich war schonmal hier, dankeschön.
Die abstruse Erkenntnis, daß ich es grade mal ein Jahr ohne Therapie und Tabletten ausgehalten habe, stempelt mich in den Augen meines depressiven Trash Town-Ichs zum Versager, ich kann ja gar nix, noch nicht mal Alltag. Mann, bin ich blöd, mann, bin ich durch, mann, bin ich abgefuckt.

Rein rational weiß ich, daß das nicht so ist, daß ich kein Loser bin, nur weil ich Hilfe brauche, daß ich verdammt viel geschafft, geordnet und erledigt habe im letzten Jahr, aber scheiße, das zählt jetzt und hier einfach nicht.

Mir fehlt mal wieder die Basis, das, was mir immer fehlt, sonst aber nicht so ins Gewicht fällt, weil das Defizit von anderen Teilbereichen aufgefangen wird: Sowas wie familiäre Wurzeln, die biologische und soziale Basis meiner Person als solcher. Das Verlustgefühl, das Gefühl, daß da was fehlt, sitzt verdammt tief, aber wenn ich funktionierende soziale Beziehungen habe, die Arbeit läuft und ich mich immer mal wieder richtig erholen kann, dann macht mir das nicht so viel aus wie jetzt, wo ich die meiste Zeit viel zu tun habe, alles alleine regle und mich auch ziemlich alleine fühle...weil ich de facto alleine bin.

Dann wird wochenlanger Schneefall mit Matsch und bäh und grau für mich zu einer Bedrohung, wo es für andere nur nervig ist. Dann ist mein Singledasein unerträglich, dann werden Zurückweisungen (auch wenn sie letzten Endes sinnvoll, weil ehrlich sind) zu einer Katastrophe und jedes "Dann red' doch mal drüber, wie gehts Dir denn?" zu einer unerfüllbaren Aufgabe, die mich unter unermeßlichen Druck setzt. Dann tut jedes Telefonklingeln körperlich weh, weil jemand "was von mir will", wo ich doch selber das Gefühl habe, nichts mehr zu haben. Jede persönliche Information wird mir zu viel, und jede Information über mich will ich bei mir behalten, niemanden sehen, um das bißchen, was mich hält, nicht auch noch weggeben zu müssen.

Fazit: Ich brauche professionelle Hilfe.

Dringend.

Nie fragen!

Smiris Welt

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Danke
Well I imagine you'd say no. I wouldn't blame you,...
castilla - 31. Mär, 22:03
Stolz für dich
Vielen Dank an den Autor. Ich weiß nicht, ob es Updates...
SabrinaKaiser (Gast) - 27. Mär, 18:12
campuses at the seaside
Flagler College and University of Hawaii at Manoa have...
ashtomullens - 21. Okt, 06:51
Very wonderful experience.
Very wonderful experience.
io game (Gast) - 30. Sep, 09:56
solipal
With the command of a competent and consistent recruiter,...
castilla - 9. Aug, 18:24

Suche

 

Status

Online seit 7049 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 31. Mär, 22:03

Credits


Becoming the Doctor
Building Trash Town
die Sicht des Phoenix
Driving Miss Smiri
Fundsachen
Letters to Lords and Ladies
Lieder von Tagen
Life of a HiWi
Little Tentacle
Magistra Aquarium
Note To Self
OrgaStuff
Realms of the Zockerqueen
Reverb 10
Smiri träumt
Smiris Guide to Smiris Welt
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren