Freitag, 12. Januar 2007

Zeiten und Freizeiten.

Gestern alte Freizeitbilder ausgekramt und dabei festgestellt, wie lange das alles schon her ist und wie sehr ich die zwei Wochen Wahnsinn jedes Jahr doch vermisse. Immerhin ist aus dem Freizeitslogan "Nie fragen! Immer nur nicken und lächeln.", den der Anker seinerzeit geprägt hat, diese Domain hervorgegangen, die eigentlich mal ursprünglich als Forum für Steinberg II (unsere legendäre Chaostruppe nämlich) geplant war.
Stattdessen wurde daraus Smiris Welt, Freizeiten macht von uns jetzt kaum noch einer mit, die Betreuers sind in alle Winde verstreut, der Anker ist in Berlin...und ich bin immer noch hier.

Wegen der Freizeitleute damals, die ich zu Zeiten meiner ersten und zweiten Freizeit vor mittlerweile fast neun Jahren kennengelernt habe, studiere ich das, was ich studiere. Wegen der Freizeitleute oder, um genauer zu sein, aufgrund der einen Hälfte unserer damaligen Freizeitleitung habe ich den Job im FKS. In den Freizeiten habe ich erfahren, wie gut ich darin bin, mit Kindern und Menschen umzugehen, daß ich singen kann und basteln und im Wald rumrennen und mich dreckig machen, daß mein Wahnsinn nicht der einzige Wahnsinn auf der Welt ist. Durch die Freizeiten habe ich die [m1] kennengelernt und über sie den Miszter, und mich beschleicht das Gefühl, daß verdammt viel meiner Welt der letzten Jahre sich auf irgendwelchen Umwegen auf ebenjene zwei Wochen pro Jahr zurückführen läßt.

Da wird das große Smiriherz ein wenig wehmütig, kaum verwunderlich.

Und wie es mir zur Zeit geht, kann ich gar nicht so genau sagen. Will ich auch nicht: Alles ist ruhig und geht seinen Gang, aber irgendwas fehlt oder vielleicht bin ich auch nur müde.

Und ich glaube, das FKS fehlt mir: Die Aussicht auf ein freies Wochenende ist an sich eine feine Sache, aber so ein wenig Thekenarbeit täte mir schon gut, an sich.

Und ich habe soeben spontan beschlossen, zu schreiben, als läse mich niemand: Daher schreibe ich doch noch ein bißchen weiter, weil mir was auf der Seele liegt, was raus will und sich ohne Smiris Welt nicht zu Gedanken formen läßt. Ich brauche das Schreiben, um zu denken, merke ich immer wieder: Erst, wenn meine Gedanken und Gefühle in Worte gebannt sind, kann ich damit arbeiten, so scheint es.
Was mich zur Zeit bewegt und umtreibt, ist, daß ich mich emotional in so vielen Zeitzonen gleichzeitig bewege und mich festhalten muß, damit ich in der Gegenwart bleibe und nicht immer wieder in Vergangenheit und Zukunft drifte. Was mich noch bewegt, ist der Umstand, daß es jemanden gibt, an den ich denke, und es mir schwerfällt, die Dinge einfach so zu genießen, wie sie sind.
Ich vertraue mir noch zu wenig, um mir klar zu machen, daß alles gut wird, wenn ich nur einfach mache, was ich denke und fühle: Immer kommt es mir vor, als wäre das Timing falsch, ich falsch, zu viel, zu schnell, ist das jetzt richtig, wie paßt das zusammen, und so weiter und so weiter.
Und ich versuche, das zu vermitteln, mich zu erklären, was aber nicht immer gelingt, weil ich mich zuweilen mir selber nicht erklären kann.
Fakt ist: Ich habe Angst vor Schmerzen, Angst davor, mir weh zu tun. Angst davor, Gedanken und Gefühle zuzulassen, weil ich nicht weiß, auf was diese Gedanken und Gefühle treffen werden, wie sie aufgenommen werden, ob sie aufgenommen werden. Ich wünsche mir Klarheit, die so noch nicht vorhanden ist, weder bei mir noch beim andern.
Und dann sitze ich mit der [m1] in der Küche und mir wird bewußt, wieviele Möglichkeiten es gibt, alles zu interpretieren oder nein, anders: Daß es da noch eine Sichtweise gibt, nämlich die der anderen Seite. Und daß ich diese zu wenig kenne oder auch zu wenig zulasse, hier sind ja schließlich zwei beteiligt. Und ich will mich nicht wieder in die Rolle begeben, die ich so oft einnehme, und ich weiß, ich bin da auch ganz und gar nicht drin, eigentlich, nur fällt mir das oft genug nicht auf, weil ich mich so daran gewöhnt habe, nicht zu agieren, sondern zu reagieren, daß das dieses Mal alles sehr merkwürdig ist.
Und was mir noch auffällt: Es ist alles wunderbar. Weil es so gelaufen ist, wie es gelaufen ist. So etwas Wunderbares ist mir schon lange nicht mehr passiert, wenn es mir überhaupt schon mal passiert ist. Denn aus meiner Sicht habe ich genau das gefunden, was ich mir gewünscht habe, genau so soll das laufen, genau das soll mir passieren und verdammt noch eins: Es ist passiert. Und anstatt mich zu freuen, bin ich erstmal sehr verwirrt und komischerweise traurig statt glücklich, weil die Realität noch hinterherhinkt oder sagen wir: Das Herz kann das Glück schon riechen und läuft los, während der Kopf noch überlegt, in welche Richtung er denn soll.

Ein Moment des gestrigen Tages: Am Kühlschrank stehen und an den Menschen denken, wie er in meiner Küche stand und Dinge tat und da war. Und grinsen müssen und zufrieden sein, für den Moment einfach nur da sein und ich und zufrieden.

Ich weiß, es ist gefährlich, das alles hier zu schreiben. Weil hier jemand mitliest. Aber ich habe nur diese eine Welt und diese Welt ist meine Welt. Und darüberhinaus das Gefühl, das Richtige zu tun, wenn ich einfach nur das tue, was mir richtig erscheint. Im Schreiben kann ich das ausdrücken, was ich am Telefon nicht sagen kann: Hier ist es.

Keine halben Sachen. Hab ich noch nie gemacht. Auch jetzt nicht.

Alles hat seine Zeit. Das hier ist unsere.

Ich bin...süchtig.

Eindeutig.

Oder wie sonst erklärt es sich, daß ich am heutigen Abend fünf Folgen Six Feet Under hintereinander (shit, das reimt sich auch noch) kucken mußte?

Jetzt ist es vier, und ich hab fünf Stunden lang den Fishers bei ihrem Leben zugesehen. Und wenn ich noch gradeaus kucken könnte, würd ich mir auch noch ne Folge reinziehen (müssen), aber ich muß ins Bett. Verdammt.

Morgen ist auch noch ein Tag, falls mich jemand sucht: Ich bin dann mal vorm Rechner.

Nie fragen!

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