Donnerstag, 7. Dezember 2006

Von Wünschen und Träumen, vom Rennen und Innehalten.

An manchen Tagen macht es laut und vernehmlich "Klack!", und eine Erkenntnis in Form, Größe und Gewicht eines mentalen Klaviers stürzt in mein Bewußtsein, woraufhin ein riesiges Zahnrad meiner Persönlichkeit seinen Platz findet, einrastet und sich die Uhren plötzlich anders drehen als zuvor, weil einiges mehr Sinn besitzt als dies vor der Klaviererkenntnis der Fall war.

So ein Tag ist heute: Lange nicht mehr so ein Aha-Erlebnis in der Therapie gehabt. Ein denkwürdiger Satz fiel mir aus dem Mund auf die Couch, und dabei ging es eigentlich um was ganz anderes, und während es noch um was anderes ging und ich diesen Satz sagte, übertrug ich ihn auf das Wesentliche und merkte, er paßt, nein, er gehört sogar dahin, er ist Ausdruck dessen, was mich verfolgt und was sich jetzt geändert hat, ändert, ändern wird.

Wortwörtlich: "Ich hab keinen Bock mehr, hinter etwas herzulaufen, was ich nicht haben kann."

Wer mich kennt, und besonders, wer mich länger kennt, weiß: Ich lief immer irgendetwas hinterher, eilig und konfus und mit den Händen voll von mir und meinem Herzen und Gefühlen, bereit, diese jedem hinterherzuwerfen: "So warte doch! Sieh, hier, alles Deins! He, hör mir zu, sieh mich, nimm, nimm alles, so warte doch!", die Hände voller Wünsche und das Herz voller Hoffnung lief ich und immer gegen Wände, alles fiel mir aus der Hand und ich brauchte Tage und Wochen, um die Teile meines Selbst wieder einzusammeln.

Und jetzt habe ich Boden unter den Füßen bekommen und bin einfach mal stehengeblieben. Jetzt stehe ich hier, die Hände vor mir ausgebreitet und voll mit dem, was ich bin und habe und fühle, und betrachte es und denke "Alles meins. Verdammt, das gehört alles mir, diese Energie, Gefühle, Gedanken, alle guten Dinge dieser meiner Welt gehören mir!". Das ist ein Wunder, ein echtes, wahrhaftiges Wunder, diese Gedanken zu haben und nicht nur zu denken, sondern auch zu erleben.

Daher nehme ich diese Dinge, nehme mein Herz vom emotionalen Hutständer, nehme all mein verstreutes, verteiltes Selbst an mich und behalte es bei mir, drücke es an meine Brust und in sie hinein, da, wo alles hingehört und seinen Platz hat und vorher Leere war. Smiri ist ein Stück weit vollständiger: Seit genau einem Satz.

Und so betrachte ich den Satz, wie er ausgebreitet und entspannt vor mir liegt und schmecke und betaste und rieche und betrachte ihn und er gefällt mir. Er ist süß und weich und riecht gut und fühlt sich an wie Zuhause: Mein Herz bei mir, Jetzt, Hier. Mein Satz.

Manchmal braucht es nicht Bewegung, sondern Stillstand. Und Erkenntnisse in Form, Größe und Gewicht eines mentalen Klaviers.

Nie fragen!

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