Was wollen wir trinken... Bitte erstmal nichts mehr, vielen Dank auch.
Eieiei...Smiri war schon wieder immens betrunken gestern, was allerdings ein MitMissyInZeitenDerNotTrinken war und dennoch Spaß gemacht hat.
Und auch hier merke ich die Früchte der Therapie: Ich werde nicht mehr niedlich, wenn ich einen im Tee habe, so wie früher. Sondern ich bleibe im Großen und Ganzen so wie immer, vielleicht ein bißchen eindringlicher und langsamer, auf Koordination und Artikulation konzentriert, und zuweilen ein wenig wahnsinniger und selbstsicherer (wie beispielsweise am Wochenende), aber im Großen und Ganzen einfach authentisch ich. Nicht klein und niedlich und verpeilt und irgendwie süß, sondern smiriesk durch und durch.
Das scheint mir auch der Grund, weshalb die letzen Tage offiziell unter "Gute Tage" verbucht werden können: Sie waren authentische SmiriTage, nicht verbogen, nicht verschwiegen, nicht verklemmt und sich im eigenen Selbst verheddert, sondern meine Tage.
Und wenn ich mir die Missy so ankucke, wies ihr geht und was sie denkt und fühlt, denke ich an mich vor einem Jahr, wie es mir ging und wie ich dachte und fühlte: Schlecht, richtig schlecht und furchtbar.
Als ich das erste Mal bei Herrn S. war und auf seinem Sessel ihm gegenüber saß und erzählte, war ich so fertig wie noch nie zuvor in meinem Leben. Gutes Timing, daß ich zu dieser Zeit ausgerechnet an ihn geraten bin, daß alles so unproblematisch geklappt hat, daß die Krankenkasse eingewilligt hat, daß ich mich dazu aufraffen konnte, dreimal die Woche den gleichen Weg zur Therapie zu gehen.
Denn jetzt sehe ich die Missy und sehe mich damals und jetzt und weiß: So schlecht wird es mir nie wieder in meinem Leben gehen. Klar wird es mir bestimmt nochmal schlecht gehen, schlechter als heute, viel schlechter, aber: es wird anders sein. Besser schlecht, wenn es denn so etwas gibt. Denn ich bin bei mir angekommen und verlasse mich so schnell nicht wieder, ich bleibe bei mir, und das alleine macht alles viel trag- und faßbarer, wenn man wenigstens nicht mehr außer sich, sondern bei sich ist in Zeiten der Not.
Mittlerweile kann ich Sachen mit mir alleine ausmachen, trage aber nicht mehr alles im Stillen und Geheimen. Mittlerweile kann ich Leute um Hilfe bitten, wenn ich nicht mehr weiter weiß, kann mich selbst beobachten und Schlüsse ziehen, meine Finger von offensichtlichem Unglück lassen, kompetent zur Seite stehen, weil ich nicht mehr hemmungslos und grenzenlos mitleide, sondern meine Grenzen ziehe und kenne und von meiner Festung aus agieren kann.
Mein Palast auf den Ruinen von Trash Town hat erste Türme und Zinnen und Wehre und ein großes, massives Burgtor bekommen in den letzten Wochen, und hereingelassen wird nur, wer es verdient hat, wer ungefährlich ist, wer der PhönixBurg Gutes tun kann und will.
Nun gut, die Mauern sind noch ein wenig wacklig an einigen Ecken und Enden, und wirklich bequem ist es auch noch nicht - manchmal pfeift der Wind durch die Räume und dann wird es kalt. Aber das kommt alles noch.
Und ich habe ein Motto dazubekommen: Es heißt nicht mehr nur "Alles wird Gut", also ausharren, aushalten, Zähne zusammenbeißen und sich an die Hoffnung klammern, auf daß man den Halt nicht verliert beim Ertrinken, sondern auch "Alles hat seine Zeit".
Denn: Man muß nicht immer etwas tun, und oftmals ist die Lösung eines Problems nicht die Art der Handlung, entscheidend ist vor allem der richtige Zeitpunkt.
"Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit; suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit; zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit." (Kohelet 3, 1-8)
[Hier zitiere ich übrigens nicht nur die Bibel, sondern meinen eigenen Blogeintrag von vor bißchen mehr als einem Jahr. Wußte ich doch, daß ich das schon mal irgendwann geschrieben hatte, ts!]
[edit: Ich habe soeben gelesen, daß ich damals "Ich und die Anderen" von Matt Ruff empfahl. Erstaunlich. Denn meine aktuelle Lektüre ist... "Ich und die Anderen". Von Matt Ruff. Na, da brat mir mal einer einen Storch...]
Und auch hier merke ich die Früchte der Therapie: Ich werde nicht mehr niedlich, wenn ich einen im Tee habe, so wie früher. Sondern ich bleibe im Großen und Ganzen so wie immer, vielleicht ein bißchen eindringlicher und langsamer, auf Koordination und Artikulation konzentriert, und zuweilen ein wenig wahnsinniger und selbstsicherer (wie beispielsweise am Wochenende), aber im Großen und Ganzen einfach authentisch ich. Nicht klein und niedlich und verpeilt und irgendwie süß, sondern smiriesk durch und durch.
Das scheint mir auch der Grund, weshalb die letzen Tage offiziell unter "Gute Tage" verbucht werden können: Sie waren authentische SmiriTage, nicht verbogen, nicht verschwiegen, nicht verklemmt und sich im eigenen Selbst verheddert, sondern meine Tage.
Und wenn ich mir die Missy so ankucke, wies ihr geht und was sie denkt und fühlt, denke ich an mich vor einem Jahr, wie es mir ging und wie ich dachte und fühlte: Schlecht, richtig schlecht und furchtbar.
Als ich das erste Mal bei Herrn S. war und auf seinem Sessel ihm gegenüber saß und erzählte, war ich so fertig wie noch nie zuvor in meinem Leben. Gutes Timing, daß ich zu dieser Zeit ausgerechnet an ihn geraten bin, daß alles so unproblematisch geklappt hat, daß die Krankenkasse eingewilligt hat, daß ich mich dazu aufraffen konnte, dreimal die Woche den gleichen Weg zur Therapie zu gehen.
Denn jetzt sehe ich die Missy und sehe mich damals und jetzt und weiß: So schlecht wird es mir nie wieder in meinem Leben gehen. Klar wird es mir bestimmt nochmal schlecht gehen, schlechter als heute, viel schlechter, aber: es wird anders sein. Besser schlecht, wenn es denn so etwas gibt. Denn ich bin bei mir angekommen und verlasse mich so schnell nicht wieder, ich bleibe bei mir, und das alleine macht alles viel trag- und faßbarer, wenn man wenigstens nicht mehr außer sich, sondern bei sich ist in Zeiten der Not.
Mittlerweile kann ich Sachen mit mir alleine ausmachen, trage aber nicht mehr alles im Stillen und Geheimen. Mittlerweile kann ich Leute um Hilfe bitten, wenn ich nicht mehr weiter weiß, kann mich selbst beobachten und Schlüsse ziehen, meine Finger von offensichtlichem Unglück lassen, kompetent zur Seite stehen, weil ich nicht mehr hemmungslos und grenzenlos mitleide, sondern meine Grenzen ziehe und kenne und von meiner Festung aus agieren kann.
Mein Palast auf den Ruinen von Trash Town hat erste Türme und Zinnen und Wehre und ein großes, massives Burgtor bekommen in den letzten Wochen, und hereingelassen wird nur, wer es verdient hat, wer ungefährlich ist, wer der PhönixBurg Gutes tun kann und will.
Nun gut, die Mauern sind noch ein wenig wacklig an einigen Ecken und Enden, und wirklich bequem ist es auch noch nicht - manchmal pfeift der Wind durch die Räume und dann wird es kalt. Aber das kommt alles noch.
Und ich habe ein Motto dazubekommen: Es heißt nicht mehr nur "Alles wird Gut", also ausharren, aushalten, Zähne zusammenbeißen und sich an die Hoffnung klammern, auf daß man den Halt nicht verliert beim Ertrinken, sondern auch "Alles hat seine Zeit".
Denn: Man muß nicht immer etwas tun, und oftmals ist die Lösung eines Problems nicht die Art der Handlung, entscheidend ist vor allem der richtige Zeitpunkt.
"Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit; suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit; zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit." (Kohelet 3, 1-8)
[Hier zitiere ich übrigens nicht nur die Bibel, sondern meinen eigenen Blogeintrag von vor bißchen mehr als einem Jahr. Wußte ich doch, daß ich das schon mal irgendwann geschrieben hatte, ts!]
[edit: Ich habe soeben gelesen, daß ich damals "Ich und die Anderen" von Matt Ruff empfahl. Erstaunlich. Denn meine aktuelle Lektüre ist... "Ich und die Anderen". Von Matt Ruff. Na, da brat mir mal einer einen Storch...]
smiri - 19. Okt, 15:23