Donnerstag, 5. Oktober 2006

Tief, tief unten...

...auf dem Grunde des Ganzen: Sowas wie eine Explosion im Festspielhaus, in meinem Falle eher eine Implosion. Die Rollen sind falsch verteilt, eindeutig, und jetzt spüre ich es, wie es ist, wenn alle Falschheiten beseitigt sind, enttarnt, aufgedeckt, wenn klar ist, welche Rollen falsch besetzt sind und welche gänzlich unbesetzt.

Das tut weh und macht mich müde und fertig und malt Ringe unter meine Augen, die ich so noch nie hatte oder nur selten, nur nach Schlafentzug und nicht nach tagelang nur Schlafen, wochenlang unter Wasser, tief unten am Grunde meiner Seele sind meine Augen groß und dunkel und sehensehensehen die ganze Zeit und sehnen sich und wissen doch: So nicht, niemals, nicht in nächster Zeit.

Und trotz allem ist es gut, daß es so ist, wie es ist. Der Prozeß läßt sich jetzt nicht mehr aufhalten, die erste Etappe ist geschafft, wie es scheint, es kann nur besser werden. Und auch wenn es mich nach Ruhe dürstet, nach echter innerer blinder Ruhe, die nicht sieht und nicht versteht und einfach nur da ist und sich geborgen fühlt im eigenen Leben: Ich habe es zum ersten Mal in der Hand, was aus mir wird. Und kann noch nicht sehr viel damit anfangen, aber ich lerne. Und ich weiß, ich lerne schnell.

Fazit: Es tut weh, es macht müde, es macht mürbe und das Herz groß und leer und mich traurig und unkonzentriert und unfähig, den guten Momenten zu begegnen und es macht mich einsam, aber auch ehrlich und frei und ich weiß, was ich tue, tue ich für mich und nur für mich. Und es ist mein Leben, meines ganz alleine, was ich führe und gestalte und es kann nur besser werden am Grunde meines mir eigenen Sees. Und ich erschaffe mich neu oder grabe aus, was unter Trash Town verborgen liegt: Die ersten Mauern stehen schon, der Phönix wird ein bißchen erwachsener und die Augen größer und dunkler und noch sehender, als sie es eh schon sind.

Meine Ruh' ist hin, mein Herz ist schwer...

...und irgendwie stürmt es, obwohl es windstill ist. Keine Angst, ich verstehe mich selber nicht. Ich weiß nur, ich hab grad keine große Lust auf mein Leben, weil nichts passiert und es mir noch nicht mal richtig schlecht geht. Aber auch nicht richtig gut, irgendwie geht es mir gar nicht, nichts geht mehr und das geht so gar nicht. Haha.

Prrfffzzzz...

Ich bin gelangweilt und angepißt und herbstlich, wie so oft. Und ein bißchen verzweifelt, weil mein Herz dort hängt, wo es nicht hingehört: Außerhalb meiner Reichweite nämlich und zugleich in mehreren Zeitzonen. Auch diese außerhalb meiner Reichweite.

Und morgen ist wieder Therapie angesagt (ich hatte sowas wie ne Woche Urlaub) und ich weiß nicht, was ich erzählen soll, weil ich innerlich und äußrelich eingefroren bin und mich das einfach nur ankotzt. Und weil ich nicht genau weiß, wie ich irgendwem oder irgendwas begegnen soll und mich nichts erheitert und aufmuntert und alles irgendwie fade und unschön ist. Ich beschwer mich nicht: Mir ging es noch nie so klar wie jetzt und ich war noch nie so sehr bei mir und so wehrhaft und bewußt, aber...es reicht nicht. Nicht jetzt.

Bäh. Ich nerv mich selber und würd drüber lachen, wenn ich nicht so viel mit Jammern und zetern und tagträumen beschäftigt wäre, von Menschen, die waren und Konstellationen, die so nie eintreten werden.

Und das Glück um mich herum färbt nicht ab, sondern macht mich unglücklich. Und traurig und genervt und einsam, ein bißchen. Ich muß was tun, aber was? Ich bin so müde und überdrüssig und warte auf Highlights, die erstmal nicht passieren werden, weil das herz, das dumme, sich nicht zufrieden gibt mit nichts, sondern erwartet und hofft und träumt und verlangt und will. Und der Kopf hat hierbei wie immer erstaunlich wenig zu melden.

Ein paar Mal mit dem Miszter reden bewirkt, daß ich mich erinnere, mich wieder sehne, weil es sonst niemanden zum Sehnen gibt, weil das Herz sich erinnert und alte Tage heraufbeschwört, die gut waren. Ja, ich hänge noch am Miszter, so absurd das klingen mag. Auch für mich klingt es absurd. Und es ist absurd und fern jeglicher Realität, das Nie und Nie Mehr und Vorbei und Endgültig gilt immer noch und verliert diese Gültigkeit auch nicht. Da hilft auch kein diffuses Nur Noch Einmal, denn auch das fällt unter Niemals Mehr.

Smiri ist einsam, merkt man das? Und sich ihrer Einsamkeit bewußt und sich auch bewußt, daß sich da so schnell nichts dran ändern wird, weil mein Herz an den falschen Leuten hängt, weil es bei mir nicht bleiben mag, das dumme, kleine große Smiriherz. Weil es umtriebig ist und unternehmungslustig und hoffnungsvoll und ein bißchen verzweifelt.

Meine Ruh' ist hin, mein Herz ist schwer, ich finde sie nimmer und nimmermehr.

Seufz.

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